Bayreuth, Das Zentrum - Europasaal - Fr. 8. November 2019

"13. Bayreuther Jazz-November" (bis So.): Ketil Bjørnstad

Bei Ketil Bjørnstad müssen Konzertbesucher mit allem rechnen. Mit süßen Melodien, die freundlich und harmlos tun, bis es plötzlich dunkel aus der Tiefe heraufstürmt. Mit harten Dissonanzen, die unverhofft zum Tänzchen abzweigen. Mit Tagträumen, die vor dem eigenen Auge aufziehen und sich als packende Geschichten weiter- und weiterspinnen. Wenn der norwegische Jazzpianist ein Solokonzert gibt, geht es vielseitig zu, und genauso vielseitig ist der ganze Mensch: Ketil Bjørnstad hat in Oslo, London und Paris klassisches Klavier studiert, hat kurz in die Rockmusik hineingeschmeckt und schon früh seine Heimat im Jazz gefunden. 1973 kam das erste Jazzalbum auf den Markt, seit über 40 Jahren konzertiert er mit Kollegen wie Terje Rypdal und dem Sea-Quartett. Genauso lange ist der Norweger auch schon ein erfolgreicher Schriftsteller, der Lyrik, Essays und 32 Romane veröffentlicht hat.
Musik und Sprache gehören bei Bjørnstad untrennbar zusammen: Er vertont Gedichte und dichtet selbst, er komponiert und schrieb einen Roman über den Komponisten Edvard Grieg. Als Jazzpianist packt Bjørnstad all diese Erfahrungen in seine Musik. So entstehen vielschichtige Improvisationen, die mal an Klassik, mal an Filmmusik erinnern und vom ersten bis zum letzten Ton faszinieren.